Leckerlies machen das Pferd nicht zum Partner

Liebe Pferdefreunde,

viele Pferdebesitzer meinen immer noch, mit Knutschen und Streicheln Probleme beim Pferd beseitigen zu können. Andere sind der Meinung, Lektionen und Bewegungsabläufe sind die Lösung. Es mag bei manchen Pferden funktionieren, aber es entspricht nicht der Natur der Pferde. Ich sehe weder Pferde auf der Weide, die Knutschen, noch sich gegenseitig Lektionen beibringen. Viele Pferde die ich auf meiner Deutschlandtournee kennengelernt habe sind überkonditioniert vor lauter Lektionen und Übungen. Andere attackieren ihre Besitzer durch Beissen, Umrennen und Steigen. Die einfachsten Dinge wie Führen und korrektes Anhalten sind weit entfernt. Stattdessen sind sie desinteressiert oder übernervös. Dazu kommen muskuläre bzw. körperliche Probleme, verursacht durch fehlerhaftes Training, Hufstellungen und Sättel. Die Anforderungen, die an die Pferde gestellt werden, sind meist sehr hoch – für den Besitzer jedoch ist es „doch nicht so viel“. Viel Gerede zum Beruhigung der Pferde und Aufforderungen zur Arbeit liegen meist auch an der Tagesordnung.

Woher rühren dann die Probleme? Ganz klar an der Basis! Wenn wir mit einem Pferd in Kontakt treten, müssen wir ihm klar machen, dass bei uns der Ort ist, an dem es sich wohl fühlen kann, ganz frei von Druck und Erwartungen. Haben wir diesen Raum geschaffen, können wir anfangen, körperlichen Kontakt aufzunehmen und uns Schritt für Schritt die Partnerschaft verdienen. Ist das einmal gelungen, ermöglicht es uns, viel mehr von dem Pferd zu verlangen – ohne Stress und Ängste. Dann ist auch eine Stallgasse oder das Wegführen von der Herde überhaupt kein Problem mehr.

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank

Frank