Ausbinden – eine Möglichkeit, ein „Problempferd“ zu erschaffen…

Liebe Pferdefreunde,

es hat mich wieder einmal schockiert, mit anzusehen, wie ein Pferd ausgebunden (sei es starr oder mit Gummibändern) vorwärtsgeschickt wurde und zu steigen versuchte, da er keine Nachgiebigkeit und Muskulatur besaß. Das Pferd war sehr abgemagert und gestresst. Durch Schreien und den Einsatz der Peitsche bekam die ausführende Person das Pferd zwar vorwärts bewegt, aber in einer völlig verspannten Haltung. Es ist doch immer wieder auf Anlagen zu sehen, dass Pferde auf diese Art und Weise gearbeitet werden. Ich höre oft den folgenden Satz von Pferdebesitzern: „Wenn ich hier Bodenarbeit mache, werde ich belächelt und gemobbt – hier wird halt so mit den Pferden gearbeitet.“

Was bedeutet die Bezeichnung „Problempferd“? Ganz einfach: es sind Pferde, die einen starken Charakter besitzen, sich nicht brechen lassen und durch ihr Verhalten nach Hilfe schreien. Es sind keine Pferde, die medizinisch geheilt werden müssen, sondern Pferde, welche durch Missachtung ihrer Natürlichkeit und das Fehlverhalten der Menschen erkrankt sind – oder sich auf dem besten Wege dorthin befinden.

Viele Pferdebesitzer sagen, sie hätten keine Probleme mit ihrem Pferd, aber die Realität sieht anders aus. Es geht nicht allein darum, das Pferd zu bedienen, sondern darum, es zu fühlen, aus dem Instinkt heraus mit dem Tier umzugehen, eben nicht nur nach Anleitung und Schema F. Es sind meistens die kleinen Dinge, die missachtet werden und doch große Auswirkungen haben. Wer Ausbinder oder ähnliche Dinge verwendet, hat in meinen Augen das Pferd nie verstanden. Die Wahrheit will kaum einer hören, aber sie ist der Garant für ein besseres Leben. – Ein Leben in der Lüge wird uns selbst zerstören.

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank

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