Aus Liebe zum Pferd?

Liebe Pferdefreunde,

ist die Liebe zu unserem Pferd auch wirklich Liebe aus Sichtweise des Pferdes, oder interpretieren wir nur unsere Bedürfnisse auf unsere Pferde? Das ist die große Frage, die ich mir seit längerem stelle. Wenn ich so unterwegs bin und Pferde und deren Besitzer betrachte, fällt mir sehr häufig auf, dass immer von „Liebe zum Pferd“ gesprochen wird, aber wie steht es eigentlich darum? Als Erstes schaue ich auf die Füße der Pferde, und was man dort zu Gesicht bekommt, ist manchmal mehr als Fragwürdig: Zehen sind zu lang, Trachten eingerollt, zu steil, Schiefstellungen, etc. Weiter geht mein Blick mehr nach oben in Richtung Kopf und Rücken. Dort sieht man sehr häufig Verspannungen von großem Ausmaß. Betrachtet man dann das Gangbild der Pferde, so sieht man sie kurztretend laufen und auf der Vorderhand lastend. Breite Brust und schmaler Hintern zeigen die Auswirkung. Andere Pferde stehen vor lauter Verspannungen da wie Muskelpakete, aber ohne Kraft und Ausdauer – faul, weil es überall zwickt. Wenn man diese Pferde gymnastiziert, fallen sie in sich zusammen wie ein Kartenhaus, weil die Spannung aus der Muskulatur weicht und sie sich nicht mehr selbst tragen können. Der vernünftige Muskelaufbau, der auch Kraft hat, sollte im Anschluss folgen. Fehlende Hinterhandaktivität ist auch kein seltenes Phänomen. Dadurch mangelt es an der Nachgiebigkeit im Hals/Kopfbereich, sowie später bei der Versammlung. Kompensiert wird das Ganze durch Einwirkung auf die Zäumung, die immer stärker wird – und das Ergebnis immer schlechter. Pferde wehren sich durch auffälliges Verhalten, Lahmen, Nervosität und Aggressivität, sie steigen, springen weg, buckeln. Geld für fachlich sinnvolle Kurse wird nicht investiert, aber es gibt eimerweise Leckerlies, Ausrüstung (wahlweise farblich angepasst zur Kleidung des REITERS) – da wird investiert…

Es ist doch schön ein Pferd zu haben, das man liebt.

Liebe Grüße,
Euer Frank

Frank