Geduld haben und lernen lassen

Liebe Pferdefreunde,

immer wieder treffe ich auf Pferdebesitzer, die ihre (Jung-) Pferde trainieren wollen und dabei durch zu konsequentes arbeiten überfordern. Sie lassen den Pferden wenig Spielraum und erwarten eine sehr präzise Umsetzung von dem, was gefordert ist, ob es das Stillstehen beim Satteln oder auch andere Übungen betrifft. Weichen die Pferde davon ab, wird sofort korrigiert – ohne wenn und aber. Diese Pferde zeigen nach einigen Jahren Verhaltensaufälligkeiten wie eine innerliche Unruhe, oder Beißen, bis hin zu Stoffwechselerkrankungen, etc.
Pferde müssen auch lernen können! – Und dazu benötigt man Zeit und Verständnis auf beiden Seiten. Wir können nicht Pferdisch und die Pferde kein Deutsch.

Ich sage immer zu meinen Kursteilnehmern: Stell dir einmal vor, du musst über dem Urwald aus einem Flugzeug abspringen. Unten triffst du auf einen Eingeborenen, der gut deutsch spricht, dort aufgewachsen ist und auf einen Deutschen der seit zwei Jahren dort lebt. Wem würdest du folgen? – Antwort: Natürlich dem Eingeborenen. Warum? Er kennt sich dort aus, ist sicherer. Fazit: Unser Gegenüber hat vielleicht nicht unsere Hautfarbe, nicht unser Aussehen, nicht unsere Sprache, aber trotzdem schenken wir unser Vertrauen!!

So geht es den Pferden auch. Sind wir der Ort, an dem „es“ sich sicher fühlt, wird „es“ uns zuhören. Würde der Eingeborene anfangen, uns zu attackieren, wenn wir etwas falsch machen, ohne uns die Zeit zum Lernen zu geben, würden wir das Vertrauen in ihn verlieren.

Verzeiht euren Pferden auch mal Fehler, sie gehören im Leben dazu. Leben bedeutet Verstehen, Zeit, Akzeptanz und Arrangieren.

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank

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