Jedem Pferd sein eigener Weg

Liebe Pferdefreunde,

es gibt heutzutage sehr viele Ausbildungswege für die Pferde, von A-Z. Ich stelle immer wieder fest, dass diese Wege an den Pferden schematisch abgearbeitet werden, ohne vorher nach der Psyche oder dem körperlichen Befinden zu schauen.

Uns sollte klar sein, dass die Pferde so unterschiedlich sind wie wir Menschen. Dem Einen fällt es leicht die Dinge umzusetzen, der Andere tut sich dabei schwer und braucht vielleicht noch ein paar Zwischenschritte. Auch habe ich festgestellt, dass die Position, die wir zum Pferd annehmen, bei der Arbeit von den Pferden unterschiedlich wahrgenommen wird. Dazu zählt auch schon der Freiraum, den das Pferd für sich festlegt. Wenn ich also eine bestimmte Methode wähle, sollte ich immer hinterfragen: ist es der richtige Weg für mein Pferd – nicht weil er sich meist bewährt hat, sondern weil mein Pferd ihn entspannt verarbeitet und erlernt. Das Ziel sollte nicht die Geschwindigkeit oder die Masse des Erlernten sein, sondern die Präzision, die Kontrolle der Geschwindigkeit und der Fußfolge jeder einzelnen Lektion. Entspannungsphasen und Auszeiten sind ein wichtiger Faktor in der Ausbildung. Viele Pferde gehen zwei Schritte, statt wie gewünscht nur einen. Sie gehen rückwärts, obwohl nicht verlangt. Die Augen zwinkern nicht mehr – sie sind in einer Erwartungshaltung oder abgetaucht… All diese Faktoren zeigen uns, dass bei der Ausbildung etwas fehlerhaft verlaufen ist.

Wenn ich also mit Pferden arbeite sollte ich den Ausbildungsweg (die Methoden) individuell dem Pferd anpassen und nicht einfach nach Schema F verfahren.

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank

Frank