Kopf hoch

Liebe Pferdefreunde,

ich erlebe immer wieder Pferdebesitzer, die zu mir sagen, ihr Pferd kann auf der rechten (bzw. linken) Hand nicht galoppieren, oder es ist immer gleich sehr schnell unterwegs. Das Hauptproblem der meisten Pferde ist, dass sie sich nicht auf der Hinterhand tragen. Bei anderen ist es ein körperliches Problem (Verspannungen). Wenn man die Pferde in der schnelleren Bewegung beobachtet, ist bei genauem Betrachten erkennbar, dass sie die Hinterbeine nach hinten eher rauswerfen, statt unterzusetzen und dabei den Rücken wegdrücken. Dieses Bewegungsmuster zeigen sie im Übrigen auch im Freilauf. Über die Geschwindigkeit versuchen die Pferde dann, die Balance zu halten. Versucht man solche Pferde beim Reiten über die Zäumung zurückzunehmen, entstehen Verspannungen, die dann das Reiten sogar unmöglich machen können. Auch Lahmheiten auf der Vorderhand sind kein seltenes Phänomen. Diese Pferde laufen oft auch in der schnelleren Bewegung (Gallopade) mit einer sehr tiefen Kopfhaltung, um den hinteren Bereich zu entlasten, ähnlich einer Wippe. Man sollte darauf achten, Pferde in der Aufrichtung zu trainieren – aber auch immer wieder Entspannung zulassen (absenken des Kopf/Halsbereich).

Nur aktives Arbeiten in Aufrichtung bringt das Pferd auf die Hinterhand, die letztendlich der Garant für bewegliches Reiten, Nachgiebigkeit im Gnick und Hals, Anhalten an leichter Hand und somit die Gesunderhaltung unserer Pferde ist. Reiten wir ein Tunier, bei dem eine tiefe Kopfhaltung gefordert wird, ist es bei einem gut aufgestellten Pferd kein Problem, dem zu folgen ohne körperliche Schäden davonzutragen. Versammlung erreicht man nicht durch Ausbinden der Pferde!

Natürlich ist jedes Pferd anders aufgestellt (schon allein anatomisch), deshalb muss immer individuell trainiert werden und nie nach Schema F. Für ein gut aufgestelltes Pferd ist es kein Problem, mit gesenktem Haupt zu gallopieren. Ich habe aber viele Pferde gehabt (geritten und ungeritten), die o.g. Probleme aufwiesen oder bereits schulterlahm waren. Durch das Training mit aktiver Hinterhand in Aufrichtung sind die Probleme verschwunden.

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank Doutheil

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