Neu an den Menschen gewöhnen

Liebe Pferdefreunde,

ich lerne immer wieder Pferde kennen, die durch extreme Situationen traumatisiert sind. Viele solcher Pferde lassen sich über Übungen und Lektionen wieder an den Menschen gewöhnen. Bei anderen sitzt das Erlebnis so tief, dass der Zugang zum Pferd auf dieser Schiene eben nicht mehr funktioniert. Dieser Teil des Gehirns beim Pferd ist durch Angst und Panik gesteuert und für uns Menschen nicht mehr zugänglich. Solche Pferde werden in der Regel als gefährlich oder unbrauchbar eingestuft. Der Weg dieser Vierbeiner ist der Tod, obwohl es doch oft ganz nette Weggefährten sind. Wir müssen also, um diesen Pferden zu helfen, einen anderen Teil des Gehirns aktivieren und neu (positiv) mit Daten füttern. Nur so haben wir die Möglichkeit, diese Probleme zu beheben. Lektionen oder der Versuch, solche Pferde zu Konditionieren, ist der gänzlich falsche Weg.

Man kann das Erlebte nicht löschen, aber die Hirnhälfte mit den schlechten Erlebnissen abkapseln und tot legen. Bei einem Menschen der erblindet entsteht ein neues Bewustsein, da die Augen nichts mehr wahrnehmen. Er muß sich neu orientieren und hat keine Zeit mehr, sich mit dem schlecht Erlebten (optisch wahrgenommenen) zu beschäftigen.

Viele Pferde ensprechen auch ihrem Urtyp. Das bedeutet, dass diese Pferde wie Widtiere (z.B. Mustangs) strukturiert sind. Bei diesen Pferden ist ängstliches und panisches Verhalten nicht untypisch, hat aber nichts mit schlechten Erlebnissen zu tun. Siehe z.B. Tinkas, Isländer, Welsch Cob, Merens, etc. Diese Pferde sind sehr feinfühlig und lernen sehr schnell – wenn der Weg sauber vollzogen wird.

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank

Frank