Schaut euch die Pferde an, bevor ihr mit ihnen arbeitet

Liebe Pferdefreunde,

es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Pferde sich verändern, wenn Verspannungen sich lösen und Ängste verschwinden. Die Augen werden beweglich, die Pferde schnauben ab, kauen und lecken und fangen an, sich zu wälzen. Ich sehe immer wieder, dass Pferde gearbeitet werden, ohne dass vorhergeprüft wurde, wie es eigentlich um das Pferd steht. Einige haben Verspannungen, anderen müssen mobilisiert werden, nach den Zähnen und Hufen wird nicht geschaut. „Flexen und biegen, aufwärts und abwärts“ heißt das Motto – aber sind wir in der Lage, uns selber mit einem Hexenschuß zu biegen und zu drehen? Oder zu laufen mit einem Stein im Schuh, oder  gar zu kauen, wenn die Zähne weh tun? Bestimmt nicht. Aber das Pferd soll es können. Unter Schmerz werden wir uns nicht konzentrieren und zuhören können. Das Pferd kann es ebensowenig. Darum ist es mir wichtig, meinen Kursteilnehmern zu zeigen, wie man einen groben Check durchführen kann, um zu erkennen, wie ein Pferd aufgestellt ist. Das erklärt auch so manches Problem beim Reiten wie Angallopieren auf dem falschen Fuß, etc., Genicksteifheit, kein Auf- und Abwärts oder Unbeweglichkeit im Rumpf. Pferde reagieren auf diese Symptome auch oft mit Angst und Panik. Es ist nicht wichtig, nur Lektionen zu erlernen, sondern ein Gefühl und die Erkenntnis zum Körper „Pferd“.

Ich checke alle Pferde vor Kursbeginn durch und habe auch schon das Ein oder Andere aus diesen Gründen nicht teilnehmen lassen. Wenn wir von uns behaupten, im Sinne der Pferde zu handeln, dann sollten wir auch bemüht sein, unser Augenmerk verstärkt in diese Richtung zu lenken. Es ist auch ein Garant für unsere Gesundheit und unfallfreies Reiten. Beim Mobilisieren von Verspannungen sollte man übrigens darauf achten, dass der Ausübende keine großen Hebel verwendet, z.B. extremes ziehen der Gliedmaßen – solche Dinge können zu Muskel und Sehnenschäden führen.

Das Pferd lehrt uns auch, uns selbst zu finden (Stärken und Schwächen), dafür sollten wir ihm dankbar sein!

Aus Liebe zum Pferd,
Euer Frank

Frank