… es geht doch um die Pferde und nicht ums Prinzip

Liebe Pferdefreunde,
ich stelle immer mehr fest das in manchen Foren das miteinander Kommunizieren eher zu einem Klassenkampf zwischen gegensätzlichen Parteien ausartet, insbesondere im Bezug auf Pferde, Ausrüstung und Reitweisen. Wir alle haben unterschiedliche Auffassungen was Umgang, Haltung und Ausbildung angeht, aber das rechtfertigt in keiner Weise, andere zu denunzieren. Es ist doch so, dass der Reitsport die meisten heutigen Pferdebesitzer dazu animiert hat, sich selber ein Pferd anzuschaffen. Das Horsemanship und das Interesse an Boden- und Freiarbeit hat sich erst später etabliert. Natürlich sind wir in vielen Bereichen aufgeklärter als früher, aber die Umgangsformen untereinander haben eher an „Priorität“ verloren. Es gibt viele Wege die nach Rom führen, entscheidend ist in erster Linie, dass, wenn wir ein Pferd selber ausbilden oder ausbilden lassen, wir eine Verantwortung und Achtung dem Lebewesen entgegen bringen müssen. Auch da gibt es unterschiedliche Auffassungen: während der Eine sein Pferd am liebsten im Bett hätte, entscheidet sich der Andere für den Stall… Gute wie schlechte Ausbilder, Reiter und Horseman sind vertreten, aber sobald wir ein Pferd besitzen, sind wir auch in der Plicht, dies zu erkennen. Es gibt keiner sein Kind einfach in andere Hände und dreht ihm den Rücken zu, auf gut Glauben das Derjenige seinen Job schon gut macht. Pferde sind sehr anpassungsfähig und in der Lage, sich auf viele Dinge einzustellen. Dazu zählen Reitweisen, Ausbildung, Zäumung, etc. Aber womit sie nicht klar kommen, ist Vereinsamung, emotionale Gewalt bzw. Schmerzen, psychischer Druck und ähnliches. Im Sport und da wo schneller Erfolg gefragt ist, herrscht meist emotionale Anspannung. Dort ist es besonders wichtig, entspannt zu bleiben – was nicht so einfach ist, wenn wir uns selbst in ähnlichen Situationen betrachten (siehe Prüfungsangst oder unvorhersehbare Reaktionen beim Geländeritt)… Keiner von uns hat das Pferd geschaffen. Wir alle bemühen uns, unser Bestes zu geben (hoffe ich). Aber eins ist gewiss: stirbt das Auge deines Pferdes in seiner Beweglichkeit, hast du versagt…

Euer Frank

administrator