Wer ist das Problem?

Hallo liebe Pferdefreunde,

ich bekomme immer den Satz zu hören „es gibt keine Problem-Pferde“. Was hat es damit auf sich? Nun eins ist sicher: das Problem sind wir! Das Pferd hat von Natur aus viele Fähigkeiten und auch ein bestimmtes Schema der Bewegung und Gestik, um sich zu verständigen. Dazu kommen Gespür und Wahrnehmung. Wir haben leider durch unsere eigene Entwicklung, die geprägt ist von unserer Gesellschaft, Medien und Umwelt viel unserer Natürlichkeit und Instinkte verloren. Das macht es um so schwieriger, uns auf das Gegenüber einzustellen. Das Gefühl, sich in die Lage des Anderen zu versetzen (ob Mensch oder Tier), fällt nicht jedem leicht. Aber das Gegenüber ist auch gleichzeitig unser Spiegel, der alles reflektiert was wir ihm entgegen bringen, auch Nervosität, Angst, Hektik, etc. Wenn wir also Dinge ausstrahlen, die unser Pferd negativ aufnimmt oder nicht versteht, haben wir das sogenannte „Problem-Pferd“. Dazu kommen evtl. noch körperliche Beschwerden, die nicht erkannt werden und das Ganze noch abrunden.

Die Flut von Bildmaterial, Berichten, Arbeitsmitteln, Futter und Medizin ist unersättlich, manchmal hilfreich, führt aber dennoch oft dazu, dass man sich in dem Dschungel aus Angeboten und Ratschlägen nicht mehr zurecht findet. Dabei sind manche Dinge oft ganz einfach zu beheben. Meist komme ich zu den Pferdebesitzern, die erhebliche Probleme haben und nach kürzester Zeit ist davon nichts mehr zu spüren. Warum? Ganz einfach: es sind wir, die die Probleme machen. Wir brauchen Gradlinigkeit, Klarheit in den Dingen, die wir tun und die Verbundenheit zu unserem Partner Pferd (keine Ängste, keine Nervosität). Sind die negativen Verhaltensmuster am Pferd ersichtlich, ist oft der Besitzer damit überfordert – vollkommen egal welcher Reitweise er angehört oder ob er Züchter ist. Es geht nicht darum uns gegenseitig als „besser“ zu präsentieren! Ob Englisch, Western, Freizeit – der stetige Kampf ist nur ein Zeichen der Missachtung des Gegenüber (s.o.) und der erste Schritt in die negative Richtung (Spiegelbild).

Auf ein gutes Miteinander ist zu hoffen und dass wir ALLE dazu beitragen, uns positiv zu verändern.

Liebe Grüße,
Frank Doutheil

Frank